Montag, 14. Januar 2013

Neues aus Japan

Paul Krugman macht auf eine interessante Entwicklung in Japan aufmerksam:

Mit seinen enormen Staatsschulden und seiner überalternden Bevölkerung scheint Japan über noch geringeren wirtschaftlichen Handlungsspielraum zur Krisenbekämpfung zu verfügen als andere Industrieländer.

Der neue Premierminister Abe ist in sein Amt mit der Zusage zurückgekehrt, Japans ökonomische Stagnation zu beenden und hat bereits Maßnahmen getroffen, die orthodoxes ökonomisches Denken verbietet. ...

Herr Abe hat die Bank von Japan unter Druck gesetzt, höhere Inflation zuzulassen und zu helfen, einen Teil der Staatsschulden durch Inflationierung zu tilgen und hat außerdem ein neues massives Staatsausgabenprogramm angekündigt. Wie haben die Götter des Marktes reagiert?

Die Antwort ist: Sehr positiv. Die Indikatoren für die erwartete Inflation, die noch vor kurzem negativ waren, haben sich nunmehr deutlich erhöht. Die Zinskosten für Staatsschulden haben sich demgegenüber kaum geändert. Mit der Aussicht auf eine leichte Inflationierung hat sich die japanische fiskalische Perspektive drastisch verbessert. Gewiß, der Kurs des Yen ist deutlich gefallen -- aber das ist tatsächlich eine sehr gute Nachricht und die japanische Exporteure jubilieren.

Kurz und gut, Herr Abe hat der Orthodoxie eine lange Nase gedreht, mit hervorragendem Ergebnis. ...
Es wird interessant sein, die weitere Entwicklung zu beobachten.

Übrigens muss die Stagflation, die nun einsetzen wird (Inflation bei Unterbeschäftigung) nicht unbedingt in Kauf genommen werden. Sie kann durch Lohnindexierung ohne Nachfragedämpfung bekämpft werden, denn die Lohnindexierung muß nicht regional differenziert erfolgen wie das in Europa angebracht wäre, sondern kann auch zur Steuerung der Lohnkostenkostensteigerung auf ein das Preisniveau stabilisierendes Maß genutzt werden wie ich hier ausgeführt habe.

Freitag, 28. Dezember 2012

Die drohende Fiskalklippe in den USA

Die in den USA drohende "Fiskalklippe" führt zu Steuererhöhungen und massiven Ausgabenkürzungen, wenn nicht zu Beginn des kommenden Jahres noch eine andere Regelung gefunden wird. Viele Ökonomen finden das beängstigend, aber die Verfechter einer bedingungslosen Restriktionspolitik sollten das nur zu begrüßen.

Deutschland befürwortet seit langem nachdrücklich solche und sogar drastischere Maßnahmen, insbesondere  für andere Länder. Wenn man unseren Fiskalfundamentalisten Glauben schenken würde, müßte man eine derartige Gesetzgebung für alle Länder in der EU fordern. Aber wir haben ja mit Maastricht wenigstens unsere kleine Klippe, oder vielleicht auch nur einen Abhang.
 


Samstag, 15. Dezember 2012

Unter medizinischem Gesichtspunkt

Im Blog The Irish Economy kann man ein sehr interessantes Theaterstück lesen, in dem auch ein Mr  deKrugman auftritt, der sich gegen die Aderlaß-Therapie ausspricht, wie sie von einem M Drachet empfohlen und konsequent angewandt wird, bis der Patient schließlich stirbt.

Das ist ziemlich lustig, aber vielleicht in unserem Fall nicht ganz zutreffend, denn die Austerity-Therapie wird von der Patientin Fräulein Germania selbst nachdrücklich gefordert und nicht von irgedeinem externen Experten. (Allerdings gibt es tatsächlich viele Experten die dem gleichen Aberglauben anhängen wie M Drachet.)

Eine bessere medizinische Analogie wäre deshalb vielleicht die folgende:

Fräulein Germania leidet unter Magersucht, genauer gesagt unter einer Körperschemastörung die sie veranlaßt, trotz Untergewichts zu hungern und ihre Gesundheit weiter zu ruinieren. Zudem drängt sie mit allen Mitteln darauf dass alle Familienmitglieder ebenfalls hungern und ihre Gesundheit ruinieren, und unglücklicherweise kann sie sich in der Familie durchsetzen. Das ist besonders misslich für ihre weniger robusten Geschwister.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Nord-Währung und Süd-Währung?

Christian Wolf hat auf einen interessanten Beitrag von Heiner Flassbeck zur Euro-Krise hingewiesen. Heiner Flassbeck hat schon vor Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass die Lohnkosten in Europa ständig  auseinander driften und betont, dass diese Entwicklung zwangsläufig zu massiven Schwierigkeiten führt, wie wir ja heute deutlich sehen. Das Problem kommt dadurch zustande, dass die Arbeitsmarktorganisation in den verschiedenen europäischen Ländern sehr unterschiedlich ist. Dies führt zu divergierenden Lohnkostenentwicklungen die dann die Probleme erzeugen, mit denen wir gegenwärtig konfrontiert sind.

Flassbeck hat die Hoffnung aufgegeben, dass das Problem vernünftig gelöst werden kann und empfiehlt, die gemeinsame Währung aufzugeben:
Also kann man nur allen zurufen: Trennt euch. Statt weiter an dem unverdaulichen Brei zu würgen, den Deutschland den anderen Ländern verschrieben hat, sollten sie (womöglich einige gemeinsam) alle Kraft darauf verwenden, halbwegs geordnet auszusteigen. Weil das technisch extrem schwierig und langwierig ist, muss man vorübergehend mit Notstandsmaßnahmen europäische Oberziele, wie die Freiheit des Kapital- und Güterverkehrs, aussetzen. Wichtigstes Ziel aller aussteigenden Länder muss es allerdings sein, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen, was nur mit einer massiven Abwertung der neuen Währung gegenüber der neuen D-Mark oder der neuen Nord-Währung geht.
Ich würde hier zu bedenken geben, dass die Einführung einer regionalen Lohnindexierung möglicherweise einfacher zu administrieren ist und den Vorteil einer gemeinsamen Währung aufrecht erhält. Also: Statt eine Süd-Wahrung einzuführen wird eine Süd-Lohneinheit eingeführt. Alle Arbeitsverträge im Süden müssen in der Süd-Lohneinheit abgeschlossen werden. Die europäische Zentralbank, oder auch eine andere unabhängige Institution, bestimmt den Wechelkurs zwischen Euro und Süd-Lohneinheit so dass die Wettbewerbsfähigkeit der Süd-Gruppe gesichert ist. Gleiches gilt für den Norden: Eine Nord-Lohneinheit, statt einer Nord-Währung, aber alle Zahlungen, im Süden wie im Norden, erfolgen in Euro.

Hier müsste man nicht die Freiheit des Güter- und Kapitalverkehrs einschränken. Auch vermeidet man das Problem, dass die Nord-Währung zur inoffiziellen Währung im Süden wird. (In verschiedenen Ländern gab es solche Probleme. Ich selbst erinnere mich, dass ich während eines Aufenthalts in Moskau zur Zeit von Jeltzin praktisch nur mit D-Mark zahlen konnte.)

Wenn in Europa vernünftige Lohnkostenrelationen etabliert werden, wird es ohnehin Probleme geben. Flassbeck bemerkt dazu:
Auf Deutschland rollt bei diesem Szenario ein wirtschaftlicher Tsunami der höchsten Kategorie zu. Da inzwischen mit etwa 50 Prozent Exportanteil (am Bruttoinlandsprodukt) extrem exportabhängig, wird eine starke Aufwertung der deutschen Währung die Wirtschaft für viele Jahre zurückwerfen und Millionen Arbeitsplätze kosten.
Dies Problem wird sich so oder so (mit Nord-Währung und Süd-Währung oder bei regionaler Lohnindexierung) stellen. Mit regionaler Lohnindexierung ist die notwendige Anpassung aber politisch besser beherrschbar und weniger anfällig gegen allfällige Spekulationsattacken.  Außerdem kann natürlich durch Ausweitung der heimischen Nachfrage, etwa per Steuersenkung, die ausgefallenen Auslandsnachfrage ersetzt werden. Es ist ohnehin ungesund, wenn wir andauernd mehr exportieren als importieren und am Ende die erwirtschafteten Aussenhandelsüberschüsse entwertet werden oder abgeschrieben werden müssen.

Freitag, 30. November 2012

Vickrey zum Dritten: Kreditfinanzierte Staatsausgaben induzieren private Investitionen


Oft hört man die These, dass staatliche Ausgaben private Investitionen verdrängen. Diese These trifft dann zu, wenn die volkswirtschaftliche Produktion und Beschäftigung unverändert bleibt. In einer Unterbeschäftigungssituation ist jedoch das Gegenteil der Fall. Dann führen zusätzliche kreditfinanzierte Staatsausgaben zu einer Erhöhung der Produktion, der Einkommen und der privaten Investition. Vickrey erklärt das so:
Die staatliche Kreditaufnahme "verdrängt" angeblich private Investitionen

Im gegenwärtigen Zustand der Wirtschaft schaffen kreditfinanzierte Staatsausgaben (anders als steuerfinanzierte Staatsausgaben) jedoch zusätzlich verfügbares Einkommen. Die Nachfrage nach Erzeugnissen der Privatwirtschaft wird erhöht und die Renditeerwartungen privater Investitionen verbessern sich.

So lange viele ungenutzte Kapazitäten zur Verfügung stehen und sich die Geldpolitik vernünftig verhält (anstatt sich den vermeindlich inflationären Wirkungen des Staatsdefizits entgegenzustellen), können profitable Investitionsprojekte finanziert werden. Unter diesen Umständen kann jeder Dollar zusätzlichen Defizits mittel- und langfristig zwei oder mehr Dollar zusätzliche private Investition induzieren. Das Kapital, das dabei geschaffen wird, bedeutet für irgend jemanden einen Vermögenszuwachs und ipso facto zusätzliche private Ersparnis. Die These, dass das Angebot seine eigene Nachfrage schafft, trifft nicht zu, wenn ein Teil des Einkommens, das durch das Angebot hervorgerufen wird, gespart wird. Investitionen dagegen erzeugen selbst die Ersparnis zu ihrer Finanzierung. Irgendeine Verdrängung privater Investitionen durch defizitfinanzierte Staatsausgaben wäre nicht das Ergebnis ökonomischer Notwendigkeit sondern die Konsequenz unangebrachter restriktiver  Reaktionen der Geldpolitik auf das staatliche Defizit.
Möglicherweise ist diese Erklärung, die an sich richtig und stimmig ist, für manche Leser dieses Blogs nicht leicht nachvollziehbar. Deshalb hier noch ein weiterer Erklärungsversuch des angesprochenen Sachverhalts:

Wenn der Staat zusätzlich kreditfinanzierte Ausgaben tätigt (z.B. Sozialleistungen erhöht oder Infrastrukturverbesserungen durchführt)  entstehen zusätzliche Einkommen. Diese erzeugen zusätzliche Nachfrage die befriedigt werden kann, da ja unausgelastete Kapazitäten zur Verfügung stehen, die zur Produktion der zusätzlich nachgefragten Güter und Diensten genutzt werden können. Wenn auf diese Weise der Auslastungsgrad der Kapazitäten steigt, besteht ein Anreiz, Kapazitäten und Produktionsanlagen zu erhalten und auszubauen, die ohne die zusätzliche Nachfrage ungenutzt geblieben und nicht erhalten worden wären. Es werden also mindestens Erhaltungsinvestitionen induziert, die sonst unterblieben wären, aber auch Modernisierungsinvestitionen. Die zusätzliche Investitionsnachfrage führt dann ihrerseits zu zusätzlicher Nachfrage und verstärkt diesen Prozeß. Insgesamt kommt so eine Erhöhung der privaten Investitionen zustande, also keine Verminderung oder "Verdrängung" wie so oft gesagt wird.


William Vickrey (1996) Fifteen Fatal Fallacies of Financial Fundamentalism A Disquisition on Demand Side Economics.  October 5, 1996 .

Samstag, 24. November 2012

Vickrey zum Zweiten: Sparförderung bremst die Kapitalbildung

Hier ist der zweite Fehler der fiskalischen Fundamentalisten, den Vickrey benennt:

Wenn man den Privaten stärkere Anreize zum Bilden von Ersparnis gibt, würde dies angeblich die Investitionen  und das wirtschaftliche Wachstum anregen. Diese These scheint auf der Annahme eines festen volkswirtschaftlichen Produktionsvolumens zu beruhen, sodass alles was nicht konsumiert wird automatisch der Kapitalbildung dient.

Wiederum ist das genaue Gegenteil richtig. In einer Geldwirtschaft bedeutet die Entscheidung, mehr zu sparen typischerweise zugleich, weniger zu konsumieren. Verringerte Konsumausgaben eines Sparers bedeutet geringeres Einkommen und geringere Ersparnisse für die Verkäufer und Produzenten. Die volkswirtschaftliche Ersparnis wird dabei nicht erhöht, sondern tatsächlich verringert, weil die Verkäufer ihrerseits ihre Käufe verringern. So wird letztlich das Volkseinkommen und die volkswirtschaftliche Ersparnis reduziert. Ein einzelner Haushalt kann in der Tat seine eigene Ersparnis erhöhen, aber dies geht einher mit verminderten Einkommen und verminderter Ersparnis von anderen einher. Diese Reduktion von Einkommen und Ersparnis der anderen Haushalte übersteigt die anfängliche zusätzliche Ersparnis des einen Haushalts.

Wenn verringerten Ausgaben für nicht lagerfähige Dienste, wie Haare schneiden, zu zusätzlicher Ersparnis führen ist die Wirkung auf das Einkommen und die Ersparnis des Verkäufers direkt und offensichtlich. Wenn lagerfähige Güter betroffen sind, mag bei Nachfragerückgang eine kurzfristige Erhöhung des Lagerbestandes, und damit eine Lagerinvestition, die Folge sein, aber diese wird schnell abgebaut, wenn der Verkäufer seine Bestellungen bei seinen Zulieferern reduziert um seinen Lagerbestand auf ein normales Niveau zurückzuführen. Letztlich führt dies alles zu einer Reduktion der Produktion insgesamt, und damit zu einer Vermiderung der Beschäftigung und des Volkseinkommens.
Ersparnisse erzeugen keine erweiterten  Kreditspielräume aus dem Nichts. Es gibt keinen Grund warum die Erhöhung des Bankguthabens des Sparers die Kreditvergabemöglichkeiten der Bank um mehr erhöht als die Kreditvergabemöglichkeiten der Bank des Verkäufers eingeschränkt werden.
Wahrscheinlich wird der Verkäufer eher in Wertpapiergeschäften tätig sein und Kredite beanspruchen, die durch sein Geschäft besser abgesichert sind als beim Käufer, der eher steuerbegünstigte Altersvorsorge und ähnliches betreibt, sodass die Sparanreize das  Gesamtvolumen der Bankkredite insgesamt reduzieren.  Der Versuch, mehr zu sparen und weniger auszugeben erhöht in keiner Weise die Bereitschaft der Banken und anderer Finanzierungsinstitutionen, erfolgversprechende Investitionsprojekte zu finanzieren. Bei unausgelasteten Kapazitäten ist zusätzliche Ersparnis weder eine Voraussetzung noch ein Ergebnis von Kapitalbildung, weil ja das zusätzliche Einkommen, das durch Kapitalbildung entsteht, eine Quelle zusätzlicher Ersparnis darstellt.
Hier spielt Vickrey auf das sogenannte "Sparparadox" an: Wenn alle mehr sparen möchten, wird insgesamt weniger gekauft und es wird weniger produziert. Die Unternehmungen werden dann weniger investieren und die volkswirtschaftliche Ersparnis wird geringer ausfallen als sie vor der zusätzlichen Sparanstrengung war. Vickrey argumentiert zusätzlich, dass auch die Kreditmöglichkeiten in Folge einer solchen zusätzlichen Sparanstrengung eingeschränkt werden. Das trifft auf jeden Fall in der gegenwärtigen Situation zu, wo die risikofreien Zinsen nahezu Null sind und sich höhere Zinsen allein durch Risikoaufschläge bestimmen, denn bei einer geringeren Nachfrage werden die Investitionen riskanter und damit die Risikoaufschläge und die Zinsforderungen der Banken höher..

William Vickrey (1996) Fifteen Fatal Fallacies of Financial Fundamentalism A Disquisition on Demand Side Economics.  October 5, 1996 .

Freitag, 16. November 2012

Vickrey zum Ersten: Die Sparpolitik belastet zukünftige Generationen

Angesichts der erneuten Rekordwerte der Arbeitslosigkeit in Europa nehme ich mir ein Beispiel an Paul Krugman und wiederhole das offensichtliche wieder und wieder. Diesmal bringe ich einfach die Argumente von William Vickrey, dem bedeutenden Ökonomen und Nobelpreisträger, die er kurz vor seinem Tode (und vor dem Erhalt des Nobelpreises) niedergeschrieben hat. Er skizziert fünfzehn fatale Fehler des fiskalischen Fundamentalismus. Hier ist der erste.

Staatliche Defizite werden als sündhafte verschwenderische Ausgaben zu Lasten künftiger Generationen gesehen. Diese zukünftigen Generationen würden dann über geringere Kapitalausstattung verfügen als ohne diese Defizite. Dieser Trugschluss scheint aus einer falschen Analogie mit der Kreditaufnahme privater Haushalte herzurühren.  

Tatsächlich trifft gegenwärtig das nahezu genaue Gegenteil zu. Defizite erhöhen das verfügbare Einkommen der Individuen in dem Ausmaß, in dem Staatsausgaben private Einkommen darstellen, welche die Zahlungen für Steuern Gebühren und anderes übersteigen.
Diese zusätzliche Kaufkraft, wenn verwendet, schafft Märkte für private Produktion und veranlasst die Produzenten, in die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten zu investieren. Diese zusätzlichen Kapazitäten kommen den zukünftigen Generationen als reales Erbe zugute. Dies kommt zu den öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Forschung und dergleichen hinzu. Defizite, die hinreichend groß sind um die Ersparnis aus einem wachsenden Sozialprodukte über das hinaus einer Verwendung zuzuführen, was von gewinnorientierten private Investitionen geleistet werden kann, sind keine ökonomische Sünde, sondern eine ökonomische Notwendigkeit. Defizite, die die Lücke zwischen  maximal erreichbarem Wachstum und tatsächlichem Output übersteigen, können in der Tat Probleme verursachen, aber wir sind weit von diesem Beschäftigungsniveau entfernt.

Auch die Analogie selbst ist fehlerhaft. Wenn General Motors, AT & T, und einzelne Haushalte gezwungen gewesen wären, ihre Haushalte in der Weise auszugleichen, wie dies die fiskalischen Fundamentalisten von der Bundesregierung  verlangen, gäbe es keine Aktien und Anleihen, keine Bankkredite, und und viel weniger Autos, Telefone, und Häuser.
Da kommt dann der Einwand: "Ist ja alles richtig, aber wer soll das bezahlen?" Dieser Einwand beruht wiederum auf einer falschen Analogie zum Privathaushalt, wie beispielsweise hier noch einmal nachzulesen ist. Auf jeden Fall entkräftet dieser "Einwand" nicht die Tatsache, dass durch Sparmaßnahmen Ressourcen (Arbeitskräfte und Produktionsanlagen) ungenutzt bleiben -- er bestätigt vilemehr die These. Die Verschwendung von Ressourcen geht nicht nur zu Lasten der gegenwärtigen Generationen, insbesondere der Jugendlichen, sondern, wie Vickrey richtig darlegt, auch zu Lasten zukünftiger Generationen. Es handelt sich um ein massives Marktversagen, das bekämpft werden muss, gerade auch im Interesse zukünftiger Generationen. Der fiskalische Fundamentalismus bewirkt das Gegenteil. Es ist eine Schande, zu Lasten gegenwärtiger und zukünftiger Generationen diese Verschwendung aus Denkfaulheit einfach zu akzeptieren statt sie zu bekämpfen.

William Vickrey (1996) Fifteen Fatal Fallacies of Financial Fundamentalism A Disquisition on Demand Side Economics.  October 5, 1996 .