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Sonntag, 13. Mai 2018

Paul Krugman zum Außenhandelsdefizit der USA


Paul Krugman beantwortet hier einige Fragen im Zusammenhang mit Präsident Trumps Einfuhrsteuern auf Stahl und Aluminium. Ein Fragesteller zeigt sich beunrühigt über den Stein des Anstoßes, das ständig wachsende Außenhandelsdefizit. Hier Krugmans Stellungnahme:

Grundsätzlich haben wir anhaltende Handelsdefizite, weil wir geringe Ersparnisse haben und für Ausländer ein attraktiver Investitionsstandort bleiben. Und so sind die USA, die ein Gläubigerland waren, bevor wir seit 1980 anhaltende Defizite aufwiesen, heute ein Nettoschuldner.

Aber man sollte das im richtigen Rahmen sehen. Unsere "Nettoauslandsinvestitionsposition" - Auslandsvermögen abzüglich Verbindlichkeiten - liegt bei rund -45 Prozent des G.D.P., was im Großen und Ganzen gar nicht so viel ist. Zum Beispiel sind es weniger als 10 Prozent unseres nationalen Reichtums.


Und die Idee, dass dies Ausländern eine Menge Macht über Amerika gibt, hat gilt auch umgekehrt. Es macht sie gewissermaßen zu unseren Geiseln: China hat viel Geld in Amerika gebunden. Angenommen, sie versuchten, es herauszuziehen: Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre ein Rückgang des Dollars, was gut für die US-Produktion wäre und unseren Gläubigern einen Kapitalverlust zufügen würde.

Viele Dinge beunruhigen mich; unsere Auslandsschulden nicht so sehr.
Der permanente Außenhandelsüberschuss Deutschlands ist also nicht ohne Risiko. Wir können das Geld realistischerweise gar nicht  in vollem Wert zurückbekommen, außer über Außenhandelsdefizite. Nimmt man hinzu, dass die steigenden Aktienkurse in den USA wesentlich durch Trumps Steuererleichterungen für die Unternehmungen hervorgerufen werden, so kommt eon weiteres Problem hinzu: Die höheren Gewinne führen nicht zu höheren Investitionen sondern zu Rückkäufen der eigenen Unternehmensaktien. Das treibt die Aktienkurse. Die Manager machen das, wie Robert Reich bemerkt, weil die Managereinkommen an die Aktienkurse geknüpft sind. Eine Blase.  Das Risiko offensichtlich.

Samstag, 10. März 2018

Trumps Strafzölle

Irgendwelche protektionistischen Maßnahmen zur Eindämmung des Außenhandelsdefizits der Vereinigten Staaten, wie jetzt die Strafzölle auf Stahl und Aluminium, waren zu erwarten. Sie waren auch  im Wahlprogramm von Trump angekündigt, das von Trumps Wirtschaftsexperten Peter Navarro und Wilbur Ross ausgearbeitet worden ist und eine beeindruckende Unkenntnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge dokumentiert.

Aber das war zu erwarten. Die Europäer hätten vielleicht eher etwas gegen ihre (hauptsächlich deutschen) Außenhandelsüberschüsse tun können. Dann hätte man sich den Ärger erspart und zudem nicht Guthaben im Ausland akkumuliert die nicht besonders sicher sind.  Außerdem hätte man dann schneller eine Beschäftigung erreicht, wie wir sie heute in Deutschland haben - nach vielen Jahren unnötiger Austerity,  und mit vielen europäischen Ländern, denen es noch immer schlecht geht.

Mit anderen Worten: Ich stimme Carl-Christian von Weizsäcker zu, der vor einiger Zeit angeregt hat, die Schuldenbremse durch eine Leistungsbilanzbremse zu ersetzen.  Das hätte viele Probleme vermieden, die wir heute haben, nicht nur mit Trump. Eine andere Möglichkeit wäre, jedenfalls was die deutschen Exportüberschüsse betrifft, eine regionale Lohnindexierung.

Übrigens ist Deutschland gesetzlich (im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz und auch in europäischen Übereinkünften) zu einem ausgeglichenen Außenhandel verpflichtet. Diese gesetzliche Verpflichtung wird aber einfach von den Wirtschaftspolitikern ignoriert.